Ein Gutsherr hatte zwei Söhne, die sich so „witzig und gewitzt dünkten, dass die Hälfte genügt hätte“. Die beiden vorbildlich ausgebildeten und gut vorbereiteten Söhne werben um eine Königstochter, die den zum Gatten wählen wird, der sich „am gewandtesten und klügsten“ mit ihr unterhalten kann. Wenn sich zwei streiten, freut sich der dritte Bruder, der mit einer gehörigen Portion Unverschämtheit der gängigen Vorstellung von Klugheit trotzt. Tölpel Hans ist ein Märchen von Hans Christian Andersen, das auf spielerische und humorvolle Art und Weise die Frage nach Dummheit und Klugheit stellt.
Es ist ein einfaches Märchen, dass durch Wortwitz besticht und typische Märchenmotive dekonstruiert. Die Prinzessin ist nicht schön und selbst Tölpel Hans wird bis zum Schluss kein Held. In unserer Inszenierung ist sich der Zuschauer schon kurz nach der Hochzeit nicht mehr ganz sicher, ob Tölpel Hans sich eigentlich nicht doch lieber wieder auf seinen Ziegenbock setzen und von dannen ziehen würde...
Das Musikerquartett Makumbik erzählt das Märchen vom Tölpel Hans mit einem Augenzwinkern und einer großen Lust an der Musik: die Hauptakteure auf der Bühne sind in dieser Inszenierung Gitarre, Bratsche, Cello und Cajon. In der schrägen Bearbeitung des Andersen-Märchens treffen in rasantem Wechsel Weltmusik, experimentelle Geräuschkomposition, Schlager und Klassik aufeinander.
Erst kommt der Ton. Dann die Inszenierung. Dann der Text.
Für „Tölpel Hans – Eine Operette für Kinder“ wurde Werkgruppe 1 mit dem Niedersächsischen Preis für Kinder- und Jugendtheater 2006 ausgezeichnet.
Premiere am 25.04.2006 / Hildesheim
Konzept und Idee: WERKGRUPPE1 und Makumbik Folk Confusion
Es spielen: Daniel Gad (Cajon), Kathrin Hülsmann (Bratsche), Stephan Kayser (Cello), Simon Schramm (Gitarre)
Regie: Miriam Tscholl
Dramaturgie: Dorle Trachternach
Raum/Kostüm: Nicola Schmid
Grafik: Daniel Schürer
Presseauszüge
„Mit
zunehmender Spieldauer wird die Interaktion zwischen Märchen und Musik
intensiver, werden die Instrumente zu Pferden, Schaltknüppeln,
Fensterbrüstungen, Stiften und Telefonhörern. ... Mit der Makumbik Folk
Confusion suchte Miriam Tscholl einen Weg, sowohl das Märchen von Hans
Christian Andersen wie auch die Instrumente – von Geige und Gitarre
über Nasenorgel bis zu Klangstäben – Kindern ab fünf nahe zu bringen.
... Wenn einzelne Sprecher aus dem Verband ausbrechen, gewinnt das
Spiel an Lebendigkeit. Überhaupt sind die Wechsel zwischen Chor und
Solist, zwischen Musik und Erzählung, zwischen Bildern und Formen
wichtiger Bestandteil der Inszenierung. Und je mehr Fantasie Tscholl
auf die Bühne bringt, desto turbulenter wird die Aufführung.“
Aus: Folk Meets Märchen. In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 26. April 2006
„Kinder
und Operette? Das passt auf den ersten Blick nicht zusammen. Auf den
zweiten aber schon, vor allem, wenn die „kleine Oper“ als schwungvolles
Musikstück mit Sprech-Dialogen modern und kindgerecht umgesetzt wird
... Mal solo, mal im Chor boten die Künstler Sprach- u. Wortspiele u.
faszinierten mit Mimik, Gestik und Körpersprache.
Langweilig wurde es bei der innovativen Inszenierung keine Sekunde, die
Kinder reckten die Hälse, Spannung und Spaß waren auf den kleinen
Gesichtern zu erkennen. ... Ein Stück, das die Operette ein wenig neu
erfindet u. in die heutige Zeit transportiert. Aus: „Eine faszinierend
andere Operette für Kinder.“
Aus: Iserlohner Zeitung, 26. Aug. 2006
„Die
Jury verstand dieses Preisgeld als Auszeichnung für ein junges
Ensemble, das frische Zugänge zur Theaterkunst für Kinder suche. „Dabei
zeigt die Werkgruppe 1 wie eine Gruppe von einer Spielerin und drei
Spielern mit rhythmisch-musikalischen Mitteln gemeinsam eine Geschichte
erzählen kann. Gekonnt und fantasievoll gehen sie mit ihren
Instrumenten um und zitieren auch mit Worten und Gesten Figuren herbei,
um sie wieder in den Erzählfluss einzureihen“, so die Wertung.
Aus: Ausgezeichnet. In: Hildesheimer Allgemeine Zeitung
Gefördert durch
Landschaftsverband Hildesheim
Niedersächsische Lottostiftung
Stadt Hildesheim
Friedrich-Weinhagen-Stitung
In Kooperation mit dem Stadttheater Hildesheim





